Erneuerbare Energien in Italien

Energia nucleare? – No, grazie!

Im Juni haben sich die Italiener in einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit gegen die Wiedereinführung der Kernenergie ausgesprochen.

Italien hat als einziges großes Land in Europa keine eigenen Atomkraftwerke. 1987 haben sich die Italiener schon einmal in einem Referendum, das unter dem Eindruck des Unglücks von Tschernobyl stand, gegen die Kernenergie ausgesprochen.

Financial Times, Montag, 13. Juni 2011: „Italiens Wähler haben Premier Berlusconi in mehreren Volksabstimmungen unter anderem zur Energiepolitik eine vernichtende Niederlage beigebracht. Mit einer Beteiligung von 57 Prozent erreichte das Referendum gegen Berlusconis Pläne zur Wiedereinführung der Atomkraft überraschend klar das nötige Quorum von mindestens 50 Prozent der Wahlberechtigten. Davon stimmten rund 95 Prozent gegen den Bau neuer Atommeiler. (…) Der 74-jährige Ministerpräsident räumte bereits vor Schließung der Wahllokale am Montagnachmittag ein, Italien werde sich von Atomkraftwerken verabschieden müssen, und daher ist es nötig, dass Italien sich stark im Bereich erneuerbare Energien engagiert. Die Regierung werde sich strikt an das Ergebnis der Volksabstimmungen halten.“ (http://www.fondsvermittlung24.de/blog/blog/solarfonds-erneuerbare-energien-in-italien-durch-volksentscheid-bestaetigt.html)

Maria Marano, die Sprecherin der Anti-Atomkraft-Bewegung, ist erfreut: “Wenn es dem italienischen Volk heute tatsächlich gelungen ist, das Quorum zu schaffen und Nein zu sagen zur Atomkraft, können wir unsere Mittel in mehr erneuerbare Energien, in mehr Energieeffizienz, in die Modernität unseres Landes investieren”, sagt sie. “Also in die Energie, die wir wirklich brauchen.” (http://www.tagesschau.de/ausland/berlusconi460.html)

Das italienische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hatte am 5. Mai 2011 ein Dekret erlassen, das die Förderung von Solaranlagen bis 2016 regelt. Der Gesetztestext ging dabei von einer installierten Gesamtkapazität in Höhe von 23 Gigawatt (GW) bis Ende 2016 aus. Gespannt blickte die Branche auf die Neuregelung der Einspeisevergütungen.

Nun hat die Regierung in Rom das überarbeitete Förderinstrument verabschiedet. Das Conto Energia IV (das italienische Pendant zum deutschen EEG, Erneuerbare-Energien-Gesetz) ist zum 1. Juni 2011 in Kraft getreten und hat seinen Vorgänger ersetzt, das Conto Energia III.

Das Conto Energia IV regelt die Einspeisevergütung bis zum 31. Dezember 2016.

„Für den Zeitraum bis Dezember 2012 knüpft das Conto Energia IV an die Regeln seines Vorgängers an: Die Förderhöhe richtet sich nach der Anlagengröße und hängt zusätzlich davon ab, ob PV-Module auf Gebäuden oder im Freiland installiert werden. Höchstfördersätze gelten für kleine und auf Gebäuden errichtete Anlagen. Die Vergütungen werden für 20 Jahre ausbezahlt und bleiben währenddessen konstant. Anlagenbetreiber erhalten sie zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Stromverkauf. Erst ab 2013 soll ein neues Tarifmodell die bisherige Trennung in Stromverkauf und Einspeisevergütung aufheben. Dazu stellt das aktualisierte Conto Energia einen neuen Einheitstarif in Aussicht.“ (http://www.photovoltaik-guide.de/conto-energia-iv-italien-erneuert-die-einspeiseverguetung-fuer-solarstrom-19827)

Der Bereich Energie & Umwelt hat eine übersichtliche Zusammenfassung des Dekretes zum vierten Conto Energia und eine Übersetzung ins Deutsche erarbeitet. Im letzten Kapitel wird eine Übersicht zur installierten Anzahl und Gesamtleistung der Photovoltaikanlagen in Italien und in Südtirol aufgezeigt. Das Dokument kann unter dem nachfolgenden Link heruntergeladen werden: http://www.tis.bz.it/bereiche/energie-umwelt/news/neuerungen-des-4.-conto-energia

Energiemarkt Italien
Italien leidet unter chronischen Energieproblemen und ist zur Deckung seines Energiebedarfs zu 85% vom Import fossiler Brennstoffe abhängig.

In der aktuellen Energiepolitik des Landes stehen Versorgungssicherheit und Klimaschutz im Mittelpunkt. Nachdem per Referendum der Einsatz von nuklearen Energien abgelehnt wurde, ist Italien verstärkt verpflichtet, seine Möglichkeiten bei den erneuerbaren Energien auszuschöpfen, um die gesetzten EU-Ziele zu erreichen. Mit dem nationalen Energieplan wurde das Ziel formuliert, den Anteil von knapp fünf Prozent erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 17 Prozent bis 2020 auszubauen.

Solar- und Windenergie im Aufschwung
Trotz seiner Staatsverschuldung ist Italien ein attraktiver Markt für Investitionen in Erneuerbare Energien. Das Land verfügt über gute Förderinstrumente für die Stromerzeugung und mit dem aktuellen vierten Conto Energia ist auch die Solarförderung bis auf Weiteres gesichert. In der Solar- und Windenergie verfügt Italien vor allem in den südlichen Regionen über exzellente Potenziale. Demzufolge sind diese auch die beiden herausragenden Wachstumstechnologien des Landes. Neben dem Onshore-Windmarkt gewinnt der italienische Offshore-Windenergiemarkt, der noch in den Kinderschuhen steckt, an Interesse.

Liberalisierter Energiemarkt
Italiens Strom- und Gasmärkte gehören zu den größten Europas. Der italienische Energiemarkt wurde im Jahr 1999 liberalisiert. Trotz der Neustrukturierung sind nach wie vor ENEL (Ente Nazionale per l’Energia Elettrica SpA, zuständig für die Stromversorgung) und ENI (Ente Nazionale Idrocarburi SpA, für den Gas- und Ölsektor) die dominierenden Unternehmen.

Länderprofil Italien
Das Länderprofil Italien gibt Auskunft, durch welche Maßnahmen und durch welche Technologie die Energiegewinnung aus Erneuerbaren zur Stromerzeugung, Wärmeversorgung und Kühlung und zur Treibstoffversorgung im Transportsektor bis 2020 weiter ausgebaut werden soll. Das „Länderprofil Italien – Informationen zur Nutzung und Förderung von erneuerbaren Energien für Unternehmen der deutschen EE-Branche“ umfasst 170 Seiten und kann auf der Homepage der Exportinitiative Erneuerbare Energien heruntergeladen werden: http://www.exportinitiative.de/fileadmin/user_upload/2011-07-20_dena_IVZ_Italien.pdf.

(Quelle: http://www.ee-news.ch/de/article/22641/neue-marktstudie-das-laenderprofil-italien)

Weiterführende Links:

Biomasse in Italien: http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:Fyu3ctyE7f0J:www.ahk-italien.it/fileadmin/ahk_italien/Dokumente/Erneuerbare_Energien/EE_neu/Biomassemarktanalyse.pdf+Italien+Energiemarkt+Regionen&hl=de&gl=de&pid=bl&srcid=ADGEESggrR6cotoBeS6F2Km7xyJyMM_x4cygNI_z_LGPy_e3Zrvpw8aRE8E_h_vJEhlMvgHHJ7_1mZRI5h5Q6FuJGp5IZPnqv7lYbMO98AVLgG27a2SfZvMipPZ1zz-U9Crt7ABO5P4v&sig=AHIEtbRwXihOzlbfZeM0Ymfdgt7kcltOew

Italien: Rechtslage im Überblick: http://www.res-legal.de/index.php?id=100&L=0

Messen für Erneuerbare Energien in Italien:
http://www.nmessen.com/messen-italien.p17/erneuerbare-energien.html

Institutionen in Italien:
ENEA – Ente per le Nuove Tecnologie, l´Energia e l´Ambiente, Rom, führt wissenschaftliche Forschungen und technische Entwicklungen auf den Gebieten Energie und Umwelt durch mit den Schwerpunkten: Solarthermie; Wasserstoff und Brennstoffzellen; globaler Klimawandel; Biotechnologie; erneuerbare Energien; Fusion; Umweltschutz; Materialien; Antarktik; radioaktive Abfallbehandlung; Lagerung radioaktiver Abfälle; Strahlenschutz; nachhaltige Entwicklung; u.a. engl.: Italian National Agency for New Technologies, Energy and the Environment. (http://www.fiz-karlsruhe.de/2448.html?&L=1&cHash=057d3338e7)

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  1. Bürger begrüßen Förderung Erneuerbarer Energien